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  • AutorenbildJos Reichenbach

Die richtige Körperhaltung im Tai Chi & Qi Gong - das Kua

Aktualisiert: 31. Mai

Eine schlechte Körperhaltung im Alltag erzeugt, wie wir alle aus eigener Erfahrung wissen, übermäßige Spannungen in unserem Körper. Dies führt zu Blockaden, Verspannungen & Schmerzen und behindert den Qi-Fluss in unserem Körper drastisch. Dieses Phänomen lässt sich direkt auf Tai Chi & Qi Gong übertragen, nur dass es hier noch viel wichtiger ist. Denn jede noch so kleine Fehlausrichtung erzeugt Verspannungen und behindert den Qi-Fluss. Deshalb streben wir im Tai Chi danach, den Körper so gut wie möglich auszurichten. In verschiedenen Blogs werden wir uns verschiedene Körperregionen genauer anschauen, im folgenden Text geht es um das Kua (跨) seine Position, seine Ausrichtung und seine Funktion. Das Kua ist neben dem Aufrichten der Kopfspitze der wohl wichtigste Körperteil im Tai Chi. Oder zumindest der erste, der angesprochen werden muss, um sich gut entwickeln zu können.

 

Lage und Körperregion des Kua

Für das Kua gibt es keinen anatomischen Körperteil, es ist vielmehr eine funktionelle Verbindung verschiedener Strukturen in der Leisten- und Hüftgelenksregion. Hier genaue Muskelfaszien oder Bandstrukturen zu nennen, würde eher Verwirrung als Verständnis schaffen. Das Kua kann nur durch Übe Praxis richtig verstanden werden.

 

Ausrichtung des Kua

Im Tai Chi sitzen wir im Kua ein. Dies wird oft als Sitzen auf einem Barstuhl beschrieben. Der Körperschwerpunkt sinkt nach unten. Das Wichtigste dabei ist, dass das Sitzen durch vollständiges Loslassen (Song) im Kua geschieht. Was für viele sehr schwierig ist, da es eine komplett neue Position ist. Der große Fehler dabei ist, einfach mit Spannung tiefer zu sitzen.

 

Funktion des Kua

Wenn die Ausrichtung stimmt und durch das Lösen (Song) erfolgt ist, kommt die erste Funktion des Kua von selbst zum Vorschein. Das Qi beginnt zu sinken. Das Kua und der Beckengürtel haben vorher das gesamte Gewicht des Oberkörpers von der Erde ferngehalten. Jetzt kann es absinken, was die erste Funktion des Kua ist, und dadurch entsteht ein enormer Druck in den Beinen und Füßen. Das sinkende Qi erzeugt unter anderem enorme Stabilität, Kraft und Ruhe.


Aus der ersten Funktion (Sinken) entsteht dann die zweite Funktion, die mit Hua (化) oder Neutralisieren beschrieben wird. Am Anfang können nur leichte Kräfte von außen neutralisiert werden, je besser das Song Kua wird, desto größer wird die Fähigkeit Druck zu neutralisieren. Beim Pushhands kann man dies erkennen, wenn jemand so stabil ist, dass es «fast» unmöglich wird zu drücken (zu bewegen).

Kua ist eine Funktion und kann immer vertieft werden.

Der häufige Fehler ist hier, dass man denkt man hat es. Dadurch blockiert man sich selbst beim weiteren lösen und voranschreiten.


Fortgeschrittene Qualitäten sind z.B. das leere Kua, das nur sehr wenige beherrschen. Ich kann hier nur aus der Perspektive des Pushers, oder Partners schreiben, meine Kraft kann dann komplett neutralisiert werden, es gibt keinen Widerstand mehr und es fühlt sich eher so an, als würde ich in einen leeren Raum fallen.

Das ist interessant zu erleben, hilft aber in der eigenen Entwicklung nur bedingt weiter. Der wichtigste Faktor in der eigenen Entwicklung ist vielmehr die konsistente Arbeit an den Qualitäten und Übungen, die zu Song Kua führen und diese in Einzel- und Partnerübungen zu vertiefen.

 

Du kannst gerne deinen Kommentar oder deine Erfahrung mit Song Kua in den Kommentaren hinterlassen oder eine Frage dazu stellen, die vielleicht ich oder jemand anderes beantworten kann.

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